Mit Bitcoin, Litecoin und Dash neue Kunden gewinnen

Fallbeispiel aus der Sicht eines IT Unternehmes

Ich treffe mich öfter mit verschiedenen Unternehmern und tausche mich mit ihnen über alltägliche Probleme aus unseren Firmen aus. Dabei  wurde kürzlich wieder einmal das Thema „Zahlungsausfälle“ aufgegriffen.

Nun waren einige der Meinung, dass man sich nicht auf zu wenig Kunden konzentrieren sollte. Denn bricht einer von ihnen weg, kann es schnell zu finanziellen Engpässen kommen.

Andere meinten aber, dass mit jedem weiteren neuen Kunden – neben der Gefahr sich zu verzetteln – das Risiko von Zahlungsausfällen steigen würde. Denn nicht jeder Neukunde hat die gleiche „Zahlungsmoral“ – um das mal vorsichtig zu formulieren. Häufen sich die offenen Forderungen, kann es ein Unternehmen schnell in finanzielle Schwierigkeiten bringen.

Ja, es gibt Inkassounternehmen, die da einspringen können. Nur wer diese Dienste schon einmal genutzt hat weiß, dass man auch bei denen zum Teil recht lang auf sein Geld warten muss. Und hat man – wie mein Unternehmen – viele Kunden außerhalb von Deutschland, wird das Ganze noch komplizierter und ist mit weiteren Kosten verbunden.

Den Kunden nicht gleich vergraulen

Nun könnte man bestimmte Kunden(gruppen) in Risikogruppen untergliedern und je nach Risiko-Level z.B. Vorkasse verlangen. Ist man kein Monopolist in seinem Segment, verliert man in den meisten Fällen so den potentielle Auftrag und damit auch die Chance, dass sich aus einem Kontakt ein A-Kunde entwickelt.

Viele Unternehmer gehen deshalb das Risiko ein und nehmen auch Aufträge von den hohen Risikogruppen an. Es folgt der damit verbundene Aufwand für das Rechnungs- und Mahnwesen, den Telefonaten mit dem Inkassobüro usw. Dieser Mehraufwand kann zum Teil enorme interne Kosten verursachen und den oft schon schmalen Gewinn weiter reduzieren.

Meine ersten Angebote in Bitcoin, Litecoin und Dash

Auch in meinen Unternehmen gab es immer wieder ein paar Kunden, bei denen ich sehr lang auf den Zahlungseingang warten musste. Gerade bei Neukunden aus dem Nicht-EU-Land führte das bei uns zu einer Vorsicht, die mir mit Sicherheit den einen oder anderen Auftrag gekostet hat. Im Februar 2018 kam ich auf folgende Idee:

Kam eine Anfrage aus einer bestimmten Risikogruppe, verschickten wir folgendes Angebot an Kunden, die eine spezielle Dienstleistung buchen wollten (Auszug):

Wir gewähren Ihnen einen Neukundenrabatt in Höhe von 10%, wenn Sie bis spätestens zum xx.xx.2018 den Betrag in einer der folgenden Kryptowährungen begleichen.

Es folgte ein Link zu einer passwortgeschützten Webseite, auf welcher der potentielle Kunde zwischen Bitcoin, Litecoin und Dash wählen konnte.

Diesen Versuch machte ich anfangs mit fünf Kunden. Ich versprach mir nicht zu viel davon, war dann aber sehr positiv vom Ergebnis überrascht:

Zwei Kunden zahlten noch am selben Tag, ein dritter am nächsten. Ich gewann also drei neue Kunden, die ich im Normalfall mit hoher Wahrscheinlichkeit an die Mitbewerber verloren hätte.

Warum die Kunden in Krypto gezahlt haben

Sicherlich war es hilfreich, dass meine Kunden alle aus dem IT Segment kamen und  viele von ihnen den Kryptowährungen gegenüber offen eingestellt waren.

Die Tatsache, dass einige der Kunden aus dem Nicht-EU-Ausland kamen und sich damit den Wechselkurs in Euro sparen konnten, würde ich dagegen nicht überbewerten, da beim Kauf von Kryptowährungen auch Gebühren angefallen sein dürften.

Ich denke, dass es sehr wichtig ist, dass die Kunden einen zusätzlichen Nutzen haben, wenn sie mit einer Kryptowährung bezahlen würden.

Spätere Gespräche mit diesen “Krypto-”Kunden ergaben, dass genau das bei vielen den Ausschlag für die Entscheidung „Pro-Krypto“ gegeben hat. Denn in den Gesprächen erfuhr ich, dass ich der erste Dienstleister aus Deutschland war, der ihnen überhaupt einen Rabatt gewährt hat. Offensichtlich scheinen auch andere Unternehmen ihre Kunden in Risikogruppen einzuteilen.

... und heute?

Mittlerweile können auch Stammkunden unsere Dienstleistungen „in Krypto“ bezahlen. Es nutzen bisher erst sehr wenige, aber vielleicht ändert sich das mit diesem Posting 😉

Ach ja, folgendes hätte ich nicht erwartet: Die bei uns am häufigsten genutzte Währung ist übrigens aufgrund der Geschwindigkeit, der Transaktionskosten, der leichten Beschaffung und der geringen Gebühren: Litecoin.

Disclaimer: Beim Artikel handelt es sich um meine persönliche Meinung. Es stellt keine Rechtsberatung dar und kann auch keine Rechtsberatung ersetzen.

10. Juli 2018