Interview: ShopinBit.de – Privat. Einfach. Sicher.

Lawrence von ShopInBit.deIn den meisten Webshops wird das Kryptopayment als alternative Zahlungsmethode angeboten. Heute möchte ich euch  Lawrence aus Berlin vorstellen, der mit seinem ShopInBit das Thema Adaption von Kryptowährungen auf die nächst höhere Stufe gebracht hat. Denn dort kann man ausschließlich mit Kryptowährungen bezahlen.

Das Interview wurde im November 2019 geführt.

shopinbit.de

Heiko: Seit wann beschäftigst du dich mit dem Thema Kryptowährungen und wie bist du dazu gekommen?

Lawrence: Das war im Jahr 2011 ungefähr zum Release von Star Wars The Old Republic. Ich bin zuerst über die Österreichische Schule der Ökonomie und dann irgendwie in die Kryptos gestolpert.

Heiko: 2011? Wow – das ist ja schon recht lang! Konntest du deinen Bekanntenkreis mit deiner Leidenschaft anstecken?

Lawrence: Anfangs nein, ich war noch etwas unbeholfen was meine Argumentation betraf. Mit der Zeit wurde es einfacher bei meinen Freunden und Arbeitskollegen. Bei meiner Familie hat es hingegen einige Jahre gedauert. Wir sind ein Haufen Sturköpfe, dass ist alles.

Heiko: Soweit ich es gelesen habe, bist du dann 2018 mit deinem eigenen Shop ShopInBit.de online gegangen. Dabei war das Jahr 2018 für Krypto-Enthusiasten aufgrund des starken Kursverfalls besonders hart. War der Zeitpunkt für deinen Start wirklich gut gewählt?

Lawrence: Optimal war es nicht, jedoch war ich verärgert über die Stagnation bzw. dem Rückgang der Adaption. Besonders hier in Deutschland. Außerdem dachte ich mir, wenn ich im Dezember 2018 (dem absoluten Tiefpunkt des Bärenmarktes) anfange, muss ich nicht großartig erklären, dass ich ein Überzeugungstäter bin.

Nach dem Hypemarkt und meiner eigenen Recherche fand ich recht schnell heraus, dass es in Deutschland eigentlich nur um Spekulation mit den Coins ging. Mit ShopInBit wollte ich an die eigentliche Idee erinnern, die hinter den Kryptowährungen steht.

Heiko: … und die wäre?

Lawrence: Digitales Cash – also Bargeld im Internet.

Natürlich gab es schon vor ShopInBit.de einige Shops, die Bitcoin, Dash und andere Kryptowährungen akzeptierten. Aber zum einen sind es noch viel zu wenige und zum anderen war bei vielen der Kryptogedanke so schlecht umgesetzt, dass man sich die Implementierung auch gleich hätte schenken können.

Heiko: Was meinst du mit “Kryptogedanke schlecht umgesetzt?

Lawrence: Im Bitcoin Whitepaper heißt es unter anderem:

“… Ein elektronisches Peer-to-Peer-Bezahlsystem ….dass Online-Zahlungen von einer Partei direkt an eine andere gesendet werden, ohne über ein Finanzinstitut zu gehen …

Die meisten Onlineshops setzen aber auf einen Payment-Provider, der das Bezahlen in Kryptos für sie übernimmt und dann dem Händler die Einnahmen in Fiat auszahlt. Somit ist doch eine dritte Partei involviert.

Ich bin der Meinung, dass das der falsche Weg ist. Denn es hat nichts mit “Be your own bank” zu tun, wenn ich mich trotz Kryptowährung einer dritten Stelle, deren Regulatoren und Gebühren pro Transaktion unterwerfen muss. Auch sind die Payment-Provider was Privatsphäre und DSGVO Konformität betrifft, sagen wir mal “schwammig”.

Aus diesem Grund hatte ich zunächst eine simple Umsetzung genutzt. Diese war jedoch in den Punkten Performance und Stabilität nicht zufriedenstellend und kostete mich viel Zeit bei der Wartung. Daher bin ich zu CryptoPanel gewechselt. Hier bin ich alleiniger Inhaber der Private Keys und kann dem Kunden auch ein Höchstmaß an Privatsphäre garantieren.

Heiko: Ein wichtiges Stichwort: Privatsphäre. Warum ist dir die so wichtig?

Lawrence: Aus zwei Gründen. Zum einen bin ich ein großer Freund vom Einkaufen mit Bargeld. Du gehst in ein Geschäft rein, suchst deine Sachen aus, bezahlst und gehst wieder. Alle sind glücklich, niemand kennt dich.

Versuche das mal im Internet. Anmelden fürs Kundenkonto, Newsletter, Bonusprogramm, Paypal und am besten noch Benachrichtigungen im Browser. Dann darfst du erst bezahlen.

Das nervt nicht nur, das ist auch gefährlich. Was mich zu meinem zweiten Punkt bringt.

Auf vielen Webseiten wird man beim Besuch der Startseite bereits von 10 oder mehr Trackern analysiert, die deine Daten dann x-fach weiterverkaufen oder “verwerten”. Das “Verwerten” bedeutet aber auch Speichern auf unbestimmte Zeit. Kein Wunder dass die Nachrichten voll sind von Meldungen über gehackte Webseiten. Das ist so als würde man Hackern eine schriftliche Einladung schicken. Daten sind die Währung dieser Generation. Das ist für viele zu verlockend.

Aus diesem Grund gibt es bei ShopInBit.de keine Tracker oder ähnliches. Auch werden nur die nötigsten Daten erfasst. Man könnte es auch als “DSGVO-Konform auf Steroide” bezeichnen. Es gibt kein Kundenkonto und kein Newsletter. Man kann nicht mal eine Anrede auswählen.

Alle Kundendaten werden nach 30 Tagen automatisch durch zufällige Zahlen und Buchstaben ausgetauscht. Die Rechnungen werden nach Versand auf ein Offline Medium überspielt und vom Bestellsystem entfernt.

Kryptowährungen passen hier perfekt in mein Konzept. Selbst wenn die Adressen in falsche Hände fallen sollten, ist es ausgeschlossen, dass damit irgendein Unfug getrieben werden kann. Selbst ohne PSD2 Gängelung.

Heiko: Wenn du nur Kryptoeinnahmen generierst, wie bezahlst du dann deine Fiat-Rechnungen?

Lawrence: Ich habe nicht nur Kryptoeinnahmen. Bei unserer zweiten Marke SatoshiGoods kann der Kunde neben Bitcoin, Bitcoin Cash, Litecoin und Dash auch mit Paypal oder Klarna (Sofort) bezahlen.

Aber zurück zu deiner Frage: Ich versuche mit Partnern zusammenzuarbeiten, bei denen ich meine Rechnungen in einer Kryptowährung bezahlen kann.

Wenn ich für einen bestimmten Bereich keinen kryptoaffinen Partner finde, muss ich für diesen Partner dann einige meiner Coins in Fiatgeld umtauschen. Da ich aber genau weiß, wann welche Kosten fällig sind, kann ich den Tausch planen und minimiere somit das Risiko von Kursschwankungen – wenn ich es auch nie ganz reduzieren kann.

satoshigoods.de

Heiko: Was hat es mit SatoshiGoods auf sich? Warum hast du diesen zweiten Shop gestartet?

Lawrence: Ganz praktisch ging es mir darum meine Bekleidungsmarke auch international anbieten zu können. Auf ShopinBit gibt es aufgrund der Menge an unterschiedlichen Produkten und den damit verbundenen Ausfuhrbestimmungen noch keine Möglichkeit diese außerhalb der Europäischen Union anzubieten. Derzeit zumindest.

Desweiteren möchte ich die Erfahrungen, die ich mit ShopinBit gesammelt habe, auch anderen als eine Art Service anbieten. SatoshiGoods dient dabei als Vorlage für ein System, welches der interessierte Partner als fertig konfigurierten und auf Wunsch auch mit Inhalten gefüllten Shop mieten kann.

Aktuell laufen hierzu einige Gespräche mit den ersten Kooperationspartnern. Ich bitte um Dein Verständnis, dass ich an dieser Stelle noch nicht mehr darüber berichten möchte.

Heiko: Das klingt spannend. Gibt es vielleicht noch einen Service von dir, auf den du an dieser Stelle hinweisen möchtest?

Lawrence: Schön, dass du danach fragst *lacht* – Seit Oktober bieten wir einen so genannten Concierge Service an. Dieser Service ist eine Reaktion auf die wiederholten Anfragen von Kunden, die ein bestimmtes Produkt suchen und dieses gern in einer Kryptowährung bezahlen wollen.

Der Service funktioniert wie folgt: der Kunde teilt uns mit, welches Produkt er sucht. Wir versuchen dann das Produkt zu bestellen und berechnen dann dem Kunden den Einkaufspreis + einer Bearbeitungsgebühr von 2%. Diese kann er dann mit Bitcoin, Lightning, Bitcoin Cash, Litecoin, Dash oder Monero bezahlen.

Heiko: Das klingt so, als möchtest du alles für Kryptos anbieten können, oder?

Lawrence: Mein langfristiges Ziel ist es genau das zu erreichen. Ein Leben ausschließlich mit Kryptowährungen zu ermöglichen. Daher ist es mir auch wichtig Partner zu finden die auch kryptoaffin sind oder sich überzeugen lassen sodass die gesamte Lieferkette nur noch per Kryptos abläuft.

Eine echte “Kryptowirtschaft” wenn man so will, außerhalb des Spekulatentums.

Heiko: Ein schönes Schlusswort. Ich bedanke mich für deine Zeit und wünsche Dir viel Erfolg bei deinen Projekten.

Lawrence: Vielen Dank – das wünsche ich dir auch!

Are you a revolutionary?

Möchtest du auch über deine Erfahrungen berichten, die du bei der Akzeptanz von Kryptowährungen in deinem Unternehmen gesammelt hast? Solltest du die hier genannten Bedingungen erfüllen, kannst du mich gerne kontaktieren. Ich werde mich zeitnah bei dir melden.

8. November 2019