Interview: LEABAGS – für jeden die richtige Tasche

Eugen ZimbelmannHeute möchte ich Eugen von LEABAGS vorstellen. Er betreibt mit seinem Bruder seit über 8 Jahren im mittelfränkischen Zirndorf einen großen Onlineshop für Lederwaren und akzeptiert neben den klassischen Zahlungsmethoden auch Bitcoin, Bitcoin Cash, Litecoin und Dash.

Das Interview wurde telefonisch im Oktober 2019 geführt.

Heiko: Erzähle doch mal bitte etwas über dich bzw. eure Firma. Seit wann gibt es euch und was macht ihr?

Eugen: LEABAGS haben wir 2011 gegründet und uns dazu entschlossen nachhaltige Produkte zu verkaufen die ein Leben lang halten. Das passt perfekt zu unseren Ledertaschen aus festem und robusten Büffelleder. Heute haben wir weltweit über 300.000 Kunden und jede LEABAGS ist durch den Vintage Look einfach zeitlos.

Heiko: Wann bist du das erste mal mit Kryptowährungen in Berührung gekommen?

Eugen: Im Jahr 2015 begann ich mich erstmals intensiver mit dem Thema Bitcoin zu beschäftigen. Mich fasziniert bis heute die Tatsache, dass niemand – keine Bank, kein Staat, wirklich niemand – eine Transaktion verhindern kann. Die Aussage „be your own bank“ ist nicht nur ein dahin gesagter Slogan, sondern für mich ein weiterer Grund, warum ich Bitcoin für das bessere Geld halte.

Heiko: Benutzt du Kryptowährungen selbst auch zum Bezahlen, oder bist du der klassische “Hodler”?

Eugen: Speziell den Bitcoin sehe ich für mich als Store of Value, also als alternative Geldanlage. Sollte ich aber durch das Bezahlen mit einer Kryptowährung einen echten Mehrwert bekommen, bin ich schon bereit meine Coins auch auszugeben.

Also ja, ich bezahle hin und wieder auch mit Kryptowährungen – aber mangels passender Angebote derzeit noch recht selten.

Heiko: Welchen Paymentprovider setzt ihr in eurem Shop für die Akzeptanz von Kryptowährungen ein?

Eugen: Wir haben ganz bewusst auf Payment Provider verzichtet, die direkt bei der Transaktion die Bitcoin in EUR umwandeln. Nein, wir wollten selbst Bitcoin als Geld akzeptieren und die eingenommenen Coins auch selbst besitzen.

Heiko: Welche Dinge waren dir bei der Auswahl der CryptoPayment Software wichtig?

Eugen: Ich habe nach einer Lösung gesucht, die sicher und zuverlässig mit Shopware funktioniert und bei der ich selbst der alleinige Inhaber der Private Keys bin.

Warum? Ich wollte unseren Kunden eine Zahlungsmöglichkeit anbieten, die ohne Bank und ohne weiteren Mittelsmann auskommt – genau wie wir es bei LEABAGS leben. Wir verkaufen ohne Zwischenhandel direkt an unsere Kunden.

Bis Anfang 2019 hatten wir deshalb für das CryptoPayment eine selbst entwickelte Lösung im Einsatz. Im Mai 2019 sind wir dann auf das CryptoPanel umgestiegen, welches all unsere Anforderungen erfüllt.

Heiko: Was macht ihr mit den Kryptoeinnahmen? Tauscht ihr sie gleich wieder in Euro um?

Eugen: Wie bereits gesagt, sehe ich Kryptowährungen – und da speziell Bitcoin – für mich als Store of Value. Deshalb tausche ich die eingenommenen Kryptowährungen nicht in Euro oder einer anderen Fiat-Währung um.

Heiko: Erinnerst du dich noch an den ersten Verkauf, bei dem mit Bitcoin bezahlt wurde? Um welches Produkt handelte es sich?

Eugen: Ja – na klar! Das war ein toller Moment. Es war die Ledertasche Oxford Muskat – einer unserer Bestseller.

Heiko: Immer wieder höre oder lese ich von Händlern die berichten, dass bei ihnen kaum jemand mit Kryptowährungen bezahlt. Kannst du das bestätigen?

Eugen: Uns war von Anfang an klar, dass wir mit dem Kryptopayment nur eine kleine Zielgruppe ansprechen. Und auch von den Krypto-Fans werden nur wenige bereit sein, ihr “gutes Geld” in einem Onlineshop auszugeben. Deshalb haben wir den Kunden einen zusätzlichen Anreiz gegeben, indem wir ihnen einen Rabatt von 20% gewähren, wenn sie bei uns mit einer Kryptowährung bezahlen.

Dieser Ansatz scheint zu funktionieren. In guten Monaten werden bis zu 2,5% der Umsätze mit Kryptowährungen erzielt.

Heiko: Und mit welcher Kryptowährung wird bei leabags.com am häufigsten bezahlt?

Eugen: Da ich die Frage erwartet habe *lacht* habe ich extra noch einmal nachgeschaut: In diesem Jahr gab es den meisten Umsatz mit Litecoin und Bitcoin Cash. Da wir Dash erst seit kurzem akzeptieren, fehlen mir hierzu leider noch aussagekräftige Statistiken. Bitcoin wird bei uns leider immer seltener zum Bezahlen benutzt.

Heiko: Was müsste sich deiner Meinung nach ändern, damit Kryptowährungen mehr von der breiten Masse als alternatives Zahlungsmittel akzeptiert werden?

Eugen: Hier müssen die Händler etwas über ihren Schatten springen. Denn nur das Anbieten einer alternativen Zahlungsmethode allein reicht meiner Meinung nach nicht. Die Kunden müssen einen echten Mehrwert bekommen, wenn sie mit einer Kryptowährung bezahlen sollen.

Das muss nicht unbedingt ein Rabatt sein. Ich habe mal einen Händler gesehen, der Restposten nur gegen Kryptowährungen verkaufte. Hier ist also etwas Kreativität bei den Händlern gefragt.

Heiko: Kryptowährungen unterliegen zum Teil noch sehr großen Kursschwankungen. Ist das ein Problem für dich?

Eugen: Das sehe ich zur Zeit noch sehr entspannt. Denn da es aktuell leider noch sehr wenig Kryptozahlungen gibt, wirken sich Kursschwankungen, wie wir sie z.B. in den letzten Wochen beobachten konnten, nur minimal auf den Gesamtumsatz aus.

Auch sehe ich das Ganze deutlich langfristiger und bin davon überzeugt, dass die Kurse in den nächsten Jahren noch deutlich ansteigen werden.

Heiko: Vielen Dank für das interessante Gespräch! Ich wünsche euch möglichst viele Kunden, die mit Bitcoin, Bitcoin Cash, Litecoin oder Dash bezahlen.

Eugen: *lacht* danke – das ist nett von Dir!

Are you a revolutionary?

Möchtest du auch über deine Erfahrungen berichten, die du bei der Akzeptanz von Kryptowährungen in deinem Unternehmen gesammelt hast? Solltest du die hier genannten Bedingungen erfüllen, kannst du mich gerne kontaktieren. Ich werde mich zeitnah bei dir melden.

4. November 2019